Etappe 6: Tönning – Büsum

Auch heute geht es wieder um 5.30 Uhr los. Die Temperatur und die Ruhe am frühen Sonntag Morgen sind sehr angenehm und langsam gewöhne sogar ich mich als Langschläferin an diesen Rhythmus. Ich gehe ein Stück auf dem Deich neben der Eider, die vom Nebel verhangen noch recht verträumt aussieht.

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Nach etwa 2 Stunden gelange ich an die Eidersperre. Sie dient kurz vor dem Eintritt in die Nordsee der Stromgewinnung.

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Immer weiter entlang des Nordseedeiches gehe ich mal auf der Land- mal auf der See-Seite des Deiches. Beides hat Vor- und Nachteile: Die See-Seite hat einen freien Blick auf´s Meer, bietet manchmal etwas erfrischenden Seewind, hat aber meist sehr zugeschissene Wege von den Dünen-Schafen.

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Die Landseite versperrt einem den Blick auf´s Meer, wird von der Sonne aus Ost oder Süd voll angestrahlt, wird dafür aber mit einem Zaun von den Schafen und deren Dreck getrennt.

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Kurz vor Büsum komme ich mit einer charmanten alten Dame in Gespräch. Sie ist in diesem Vorort von Büsum als Tocher eines Lehrers geboren, in den 60ern als IT-Spezialistin nach Hamburg und nach ihrem Berufsleben wieder zurück in die Freiheit und Ruhe des platten Landes gezogen. Seitdem lebt sie ohne Computer.

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Schon aus der Ferne kann ich Büsum durch sein allein stehendes Hochhaus gut erahnen (siehe unten). Als ich nach und nach die einzelnen Strandbereiche streife, komme ich zunehmend in die Zivilisation zurück. Am Hauptstrand von Büsum hat sie mich dann voll erreicht: Es herrschen Ballermann-ähnliche Verhältnisse: Viele Menschen und laute Party-Musik, die das ganze Wattenmeer beschallt. In der Fußgängerzone haben sogar die Geschäfte offen. Doch ein paar Straßen weiter am Historischen Hafen ist es bereits schon wieder deutlich ruhiger.

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Gegen 12.30 habe ich mein Ziel erreicht. In einem kleinen Bio-Laden-Café gönne ich mir eine Waffel mit Erdbeeren. Lecker, diese Belohnung nach einer über 30 Kilometer langen Wanderung, die zumindest in den letzten 3 Stunden doch wieder sehr heiß war.